13. Mühlsteine aus Haaksbergen. ca. 100 n. Chr.
Dies sind Mühlsteine aus der Römerzeit, etwa aus dem 1. bis 3. Jahrhundert nach Christus. Ein solcher Stein war damals ein wichtiges Hilfsmittel auf Bauernhöfen und in Privathaushalten. Ein Mahlstein besteht aus zwei Teilen: einem unteren Stein, der still liegt, und einem oberen Stein, der sich dreht. Das Getreide wird in die Mitte des oberen Steins geschüttet. Von Hand oder mit einem Holzstab wird der obere Stein gedreht oder hin und her bewegt. Das Getreide wird zwischen den beiden Steinen fein gemahlen und das Mehl fließt an der Seite nach außen. Aus diesem Mehl backte man Brot, die wichtigste Nahrungsquelle jener Zeit.
Die Römer kamen um 50 v. Chr. in das Gebiet südlich des Rheins. Obwohl sie nicht in Twente lebten, gab es dennoch Handel und Kontakte zu den Menschen dort. So gelangten römische Produkte, wie diese Mahlsteine, auch in den Norden.
Die Steine bestehen aus Basaltlava aus der Eifel in Deutschland. Dieses Material blieb lange scharf und eignete sich ideal zum Mahlen von Getreide.
Das Besondere daran ist, dass diese Mahlsteine im Haaksbergerveen gefunden wurden, tief im Moor in etwa 2,5 Metern Tiefe. Sie wurden dort wahrscheinlich absichtlich abgelegt. Vielleicht wurden diese Mahlsteine deshalb geopfert, zum Beispiel für eine gute Ernte oder zum Schutz. Diese Steine zeugen also nicht nur von Arbeit, sondern auch von Glauben.
Der nächste Hörpunkt ist die Kupferschale der Hanze mit einer Gravur von „Humilitas“.