4. Feuerstein-Dolch aus Bruinehaar-Lokbelt (bei Haaksbergen), ca. 11.000–3.000 v. Chr.
Hier siehst du einen Feuerstein-Dolch aus Bruinehaar-Lokbelt bei Haaksbergen. Der Dolch stammt aus der Vorgeschichte und wurde aus hellem Feuerstein gefertigt, der wahrscheinlich aus Norddeutschland oder Dänemark stammt. Die fast weiße Farbe und die glatte Oberfläche machen dieses Stück besonders auffällig.
Der Dolch ist lang, schlank und schön symmetrisch. Für die Herstellung wählte ein Handwerker hochwertigen Feuerstein ohne Risse oder störende Stellen aus. Anschließend benutzte er ein Geweih als Hilfsmittel. Ein schmaler Stift aus Geweih wurde an den Stein gehalten, genau an der Stelle, an der sich ein langes, schmales Stück lösen sollte. Mit einem Hammer aus Geweih oder Holz schlug er auf diesen Stift. So zerbrach der Feuerstein in lange, schmale Stücke. Aus einem dieser Stücke fertigte er die Klinge dieses Dolches an. Anschließend bearbeitete er sie sorgfältig weiter, bis die Form klar und gleichmäßig war.
Ein solcher Feuerstein-Dolch war mehr als nur ein Werkzeug. Die sorgfältige Form, die besondere Farbe und die feine Verarbeitung deuten auf einen Gegenstand von hohem Status hin. Vielleicht gehörte er jemandem von Rang, oder er spielte eine Rolle bei Ritualen. Er zeigt, wie hoch das handwerkliche Niveau bereits in der Vorgeschichte war.
Wir gehen nun zum Häuschen „Pracht en Praal“, in dem einige der schönsten Fundstücke aus Twente und den östlichen Niederlanden ausgestellt sind.
Der nächste Hörbeitrag handelt von den drei großen Feuersteinäxten aus Collendoorn bei Hardenberg.