3. Fassadenzeichen
Wenn man auf die Dachspitze schaut, sieht man ein Fassadenzeichen.
Fassadenzeichen entstanden ursprünglich durch die sich kreuzenden Windleisten, also die Bretter zwischen Fassade und Dach, die den Wind abhalten sollten.
Die Enden wurden oft mit Tierköpfen verziert, meist mit Pferdeköpfen, da das Pferd der wichtigste Besitz des Bauern war.
In der Volkskultur galt das Pferd zudem als Symbol der Fruchtbarkeit oder als Schutz vor Unheil.
Von jeher hatten Fassadenzeichen vor allem eine unheilabwehrende Funktion.
Die Bauern baten sozusagen übernatürliche Kräfte um Hilfe, um Unglück und Katastrophen abzuwenden.
In Twente war das Leben oft hart.
Der Boden bestand meist aus kargem Sandboden, der sich mit kleinen fruchtbaren Abschnitten in den Bachtälern abwechselte.
Eine schlechte Ernte aufgrund von Dürre, Regen oder Krankheiten konnte bereits zu Hunger führen.
Auch Naturkatastrophen, Kriege oder Viehseuchen konnten große Probleme verursachen.
Außerdem glaubten die Menschen an weiße Frauen, Höllenhunde und böse Geister, die vor der Tür bleiben mussten.
Was die Ernährung betraf, so war Roggen das Hauptnahrungsmittel, doch darin kam manchmal der Mutterkornpilz vor.
Wer davon aß, konnte Halluzinationen erleben, was möglicherweise zu den Geschichten über umherstreifende Geister beitrug.
Die Fassadenschilder haben sich im Laufe der Zeit verändert.
Wil je weten hoe ze veranderden, kijk dan in de Atlas van Ooit via de knop "Meer info".
Die nächste Geschichte ist noch für „Los Hoes“ reserviert.
Dort steht eine kleine Kapelle aus getrocknetem Flachs, einer wichtigen Kulturpflanze für die Bauern in Twente.