4. Die kleine Flachs-Kapelle

Hier siehst du eine kleine Flachskapelle.

Zum Trocknen von Flachs wurde dieser meist aufrecht gestellt; dann nennt man ihn „Kapelletje“.

Flachs wächst fast überall, daher war er auf den kargen Böden von Twente eine leicht anzubauende Kulturpflanze.

Es wurde vor allem zur Herstellung von Leinen, Bettwäsche, Kleidung und anderen Stoffen angebaut.

Aus den Stängeln wurden die Fasern gewonnen.

In der Kiste neben der kleinen Flachskapelle kann man die Fasern liegen sehen; sie fühlen sich ein bisschen wie Haare an.

In der Leinsamenkapsel befinden sich die hellbraunen Samen.

Daraus stellte man Leinöl her, das zum Schutz von Holz vor Wind und Wetter verwendet wurde.

Aber auch Leinsamen und kaltgepresstes Öl wurden verzehrt, beispielsweise in der Fastenzeit als Fleischersatz.

Es gibt zwei Arten von Flachs: Faserflachs für Leinen und den kürzeren Ölflachs für Öl.

Faserlein kann ebenfalls zur Ölgewinnung verwendet werden, liefert jedoch deutlich weniger Öl als Öllein.

Die Zahl 100 spielt beim Flachs eine wichtige Rolle.

Die Aussaat erfolgte um den hundertsten Tag des Jahres herum.

Im Juni blühte es mit kleinen blauen Blümchen.

Hundert Tage nach der Aussaat konnte der Flachs geerntet werden.

Die gesamte Pflanze wurde mitsamt der Wurzel aus dem Boden gezogen, da sich die Faser bis in die Wurzeln hinein erstreckt.

Auf diese Weise erhielt man lange Fasern, aus denen man Textilien herstellte.

Wissenswertes: In den ersten Versionen von „Dornröschen“ stach sie sich nicht an einem Spinnrad, sondern an einem Strohhalm.

Flachsstängel sind harte Stücke des Stängels.

In der folgenden Geschichte betreten wir das „Los Hoes“.

Oben rechts auf dem Regal, unter dem Dachboden, sieht man fünf Werkzeuge, mit denen Flachs zu Garn verarbeitet wurde.

Möchtest du mehr über Flachsfasern erfahren? Dann klicke auf die Schaltfläche „Weitere Informationen“ im „Atlas van Ooit“.